Wie internationale Ereignisse die politischen Einstellungen in Deutschland beeinflussen: Eine tiefgehende Studie
Wie internationale Ereignisse die politischen Einstellungen in Deutschland beeinflussen: Eine tiefgehende Studie
Das Teilprojekt des Leibniz-Instituts für Globale und Regionale Studien (GIGA) untersucht, wie internationale Ereignisse und außenpolitische Entwicklungen politische Einstellungen in Deutschland beeinflussen können. Im Zentrum steht die Frage, ob internationale Krisen, Konflikte oder politische Entscheidungen radikale und extremistische Haltungen in der deutschen Bevölkerung sowie bei parteipolitischen Eliten verstärken oder abschwächen.
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie internationale Politik und gesellschaftliche Polarisierung miteinander interagieren. Das GIGA bringt dabei als Institut mit besonderer Expertise zu globalen und regionalen politischen Entwicklungen im Globalen Süden eine internationale Perspektive in den Forschungsverbund ein. Dabei untersucht das Team sowohl zeitliche Veränderungen politischer Einstellungen als auch mögliche Auswirkungen und Rückkopplungen zwischen parteipolitischen Positionierungen und gesellschaftlichen Ansichten.
Die Forschung liefert Erkenntnisse darüber, wie internationale Entwicklungen gesellschaftliche Diskurse und politische Radikalisierungsprozesse in Deutschland beeinflussen können. Leitende Forschungsfragen sind unter anderem: – Welche internationalen Ereignisse und außenpolitischen Entscheidungen fördern oder dämpfen radikale und extremistische Einstellungen in der Gesamtbevölkerung? – Welche Entwicklungen führen zu radikalen bzw. extremistischen Positionierungen bei parteipolitischen Akteur:innen? – Wie interagieren die Positionierungen von politischen Eliten mit Meinungen innerhalb der Bevölkerung?
Zur Beantwortung dieser Fragen setzt das GIGA zwei Forschungsinstrumente aus der ersten Phase von MOTRA fort und entwickelt sie weiter. Mit der Studie „Menschen in Deutschland: International“ (MiDInt) werden etwa alle zwei bis drei Monate repräsentative Online-Erhebungen mit etwa 2.500 Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland durchgeführt. Diese detaillierte Erhebung ermöglicht es, kurzfristige Trends in politischen Meinungen sowie langfristige Entwicklungen sichtbar zu machen.
Darüber hinaus können zusätzliche Befragungen in Krisenzeiten, wie beispielsweise nach dem Israel-Gaza-Konflikt am 7. Oktober 2023 oder einem Angriff des Iran durch die USA und Israel im Jahr 2026, durchgeführt werden. Um mögliche kausale Zusammenhänge aufzudecken, ermöglichen diese Befragungen auch Experimenten im Rahmen der Umfragen.
Ebenso wird das „X-Monitoring Dashboard“ genutzt, um öffentliche Beiträge gewählter Politiker:innen auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu analysieren. Der Fokus liegt auf polarisierenden Meinungsäußerungen zu internationalen Themen wie dem Israel-Gaza-Konflikt oder anderen globalen Ereignissen. Das Dashboard bietet Einblicke in radikale oder potenziell extremistische Positionierungen sowie deren zeitliche Veränderungen.
Durch die Kombination von Bevölkerungsumfragen mit der Analyse politischer Kommunikation auf X wird erforscht, wie politische Aussagen von Eliten und gesellschaftliche Einstellungen zueinander in Verbindung stehen, sich gegenseitig beeinflussen und sich im Zeitverlauf verändern.
📝 Der Bericht wurde vollständig und exklusiv von der Studienabteilung bei AboMatrix übertragen und übersetzt
