Schlafwandeln: Forschungserkenntnisse und kleine Tricks zur Vorbeugung
Schlafwandeln: Forschungserkenntnisse und kleine Tricks zur Vorbeugung
Nach Angaben der Quelle
Kurzüberblick: Schlafwandeln ist ein Mischzustand zwischen Tiefschlaf und Wachsein, der zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen im Schlaf führt. Es tritt meist in der ersten Tiefschlafphase auf und kann gefährlich sein. Laut Forschung können kleine Tricks wie ein Wecker oder Beruhigungstechniken helfen, während ein gesunder Lebensstil wichtig ist. Die genauen Ursachen und Mechanismen bleiben jedoch teilweise ein Rätsel.
Schlafwandeln zählt zu den Parasomnien und ist ein Zustand, in dem sich Betroffene an der Schwelle zwischen schlafendem und wachem Zustand bewegen, ohne sich am nächsten Morgen daran zu erinnern. Messungen der Gehirnaktivität zeigen Deltawellen, die auf tiefen Schlaf hindeuten, während Teile des Gehirns teilweise aufwachen. Laut Schlafforscher Hans-Günter Weeß tritt Schlafwandeln meist in der ersten Tiefschlafphase der Nacht auf, etwa ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen. Die Komplexität der Handlungen kann variieren, von einfachem Aufsetzen im Bett bis hin zu komplexen Aktivitäten wie Autofahren. Schlafwandeln kann für die Betroffenen selbst und andere gefährlich werden. Juristisch gesehen gelten Episoden des Schlafwandelns als Bewusstseinsstörung, bei der man nicht für seine Handlungen verantwortlich ist. Zur Vorbeugung können Schlafwandler auf verschiedene Tricks zurückgreifen: Wenn die typische Dauer bis zum Schlafwandeln bekannt ist, kann ein Wecker zehn Minuten vorher gestellt werden. Auch Beruhigungstechniken und Autosuggestion, wie das Vorsprechen von Sätzen wie „Heute Nacht bin ich sicher und sobald meine Füße den Boden berühren, gehe ich sofort wieder zurück ins Bett“, können helfen. Das Einschließen aus Sorge ist hingegen wenig hilfreich, solange der Schlüssel bekannt ist. Verschiedene Faktoren können Schlafwandeln auslösen oder verstärken. Bei Kindern ist das Phänomen verbreitet und hängt oft mit der Gehirnreifung zusammen, wobei es sich häufig verwächst. Eine familiäre Veranlagung erhöht das Risiko deutlich. Bei Erwachsenen können unregelmäßiger oder zu wenig Schlaf, Stress und Alkoholkonsum zu Parasomnien wie dem Schlafwandeln führen. Eine medikamentöse Behandlung wird von Forschern als letztes Mittel angesehen, da oft auch ohne Medikamente gut damit gelebt werden kann. Trotz wichtiger Erkenntnisse bleibt das Phänomen Schlafwandeln für die Forschung in vielerlei Hinsicht ein Rätsel, insbesondere warum das Gehirn in diesen Zwischenzustand kippt und warum Episoden teils jahrelang verschwinden.
Quelle: www.tagesschau.de
