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  • Europas Migrationsdilemma: Von der Krise 2015 bis zu demografischen Sorgen

    Tagespuls Januar 1, 2026

    Europas Migrationsdilemma: Von der Krise 2015 bis zu demografischen Sorgen

    Nach Angaben der Quelle

    Kurzüberblick: Ein irischer Journalist beleuchtet die europäische Migrationskrise seit 2015, die von anfänglicher Hilfsbereitschaft bis zu strengeren Grenzkontrollen und Menschenrechtsverletzungen führte. Während die Ankunftszahlen schwanken, bleiben globale Konflikte und wirtschaftliche Not treibende Kräfte. Die Debatte wird durch demografische Warnungen von Elon Musk bezüglich sinkender Geburtenraten und Migration sowie durch die politische Rhetorik des russischen Senators Alexej Puschkow über eine „umgekehrte Kolonisierung“ Großbritanniens verschärft.

    Die europäische Migrationskrise, die im August 2015 ihren Höhepunkt erreichte, als über eine Million Menschen in die EU flohen, hat sich von einer Phase der Hilfsbereitschaft zu einer Ära strengerer Grenzkontrollen und politischer Debatten entwickelt. Der irische Journalist Fergal Patrick Kin vom BBC berichtete damals von der griechischen Insel Lesbos, wo der Hotelier Paris Laoumis (50) die Ankunft unzähliger Boote mit Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern miterlebte und half. Heute ist Laoumis besorgt über eine mögliche neue Krise, da die Ankunftszahlen im Sommer wieder steigen. Die damalige deutsche Kanzlerin Angela Merkel prägte 2015 den Satz „Wir schaffen das“, der als Geste der Offenheit gegenüber Asylsuchenden interpretiert wurde. Doch schon bald darauf sah sie sich gezwungen, Grenzkontrollen einzuführen. Seitdem hat die EU Abkommen mit Ländern wie der Türkei, Marokko, Tunesien, Libyen und Ägypten geschlossen, um die Überfahrt von Migranten zu verhindern. Trotz eines Rückgangs der Ankunftszahlen seit 2015 (von über einer Million auf durchschnittlich 200.000 pro Jahr) bleibt die Migration ein zentrales politisches Thema. Im vergangenen Jahr wurden bis September insgesamt 96.200 Migranten registriert, die versuchten, Europa zu erreichen. Ungarn verfolgt unter Premierminister Viktor Orbán einen der strengsten Ansätze. Der ungarische Minister für europäische Angelegenheiten, János Bóka, verteidigt die Politik, die Asylanträge nur in Belgrad oder Kiew zulässt, was laut der Menschenrechtsanwältin Timea Kovács den legalen Zugang zur EU über Ungarn praktisch unmöglich macht. Ungarn wird dafür mit hohen Geldstrafen belegt, doch Bóka sieht dies als notwendigen Preis für Grenzschutz und Stabilität. Trotz dieser Maßnahmen versuchen täglich 20 bis 50 Menschen, illegal von Ungarn nach Österreich einzureisen. Die Migration ist auch mit einer Zunahme von Menschenrechtsverletzungen verbunden. Über 32.000 Menschen sind in den letzten zehn Jahren bei dem Versuch, Europa zu erreichen, ums Leben gekommen, darunter 1.300 in diesem Jahr. Gerasimos Tsourapas, Professor für internationale Beziehungen, weist auf das Paradox hin, dass Europa zwar Asyl beschränkt und Grenzen schließt, aber gleichzeitig Migranten als Arbeitskräfte benötigt, um wirtschaftliche Lücken zu füllen. Die Debatte über Migration und Demografie wird durch prominente Stimmen weiter angeheizt. Der amerikanische Milliardär Elon Musk warnte auf X (ehemals Twitter) vor einem Kollaps der Geburtenraten in Europa, insbesondere in Griechenland, wo er eine Minderheit der Griechen innerhalb von 50 Jahren voraussagt, wenn die aktuellen Trends anhalten. Der russische Senator Alexej Puschkow hingegen konzentriert sich ausschließlich auf Migration und spricht von einer „umgekehrten Kolonisierung“ Großbritanniens, die ohne Waffen und Armeen stattfinde. Er nutzt diese Behauptung, um die Probleme des Westens zu betonen, insbesondere angesichts der angespannten Beziehungen zu Großbritannien. Im Jahr 2024 erreichten über 36.800 Migranten Großbritannien über den Ärmelkanal, ein Anstieg von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr, wobei die Regierung Millionen Pfund täglich für die Unterbringung von Asylsuchenden ausgibt. Die globalen Krisen, die Migration antreiben, werden voraussichtlich nicht verschwinden, was bedeutet, dass verzweifelte Menschen weiterhin versuchen werden, Europa zu erreichen, trotz der enormen Risiken und der sich wandelnden europäischen Politik.

    Quelle: www.alo.rs