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  • Ghana: Schutz vor Hexenverfolgung bleibt unzureichend

    Politiken und Entscheidungen September 24, 2026

    Ghana: Schutz vor Hexenverfolgung bleibt unzureichend

    POLICY BRIEF: 2026-09-24
    ⏱ 3 Min Lesezeit

    Zusammenfassung

    Sechs Jahre nach dem tragischen Tod von Akua Denteh bleibt Ghana ohne ein Gesetz, das Hexenverfolgung kriminalisiert. Trotz der Verabschiedung des Anti-Witchcraft Accusations Bill im Jahr 2023 wurde das Gesetz nicht unterzeichnet, wodurch hunderte Frauen weiterhin Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sind. Amnesty International fordert dringend Maßnahmen, um die Menschenrechte zu schützen und die Opfer zu unterstützen.

    Strategischer Kontext

    Historischer Hintergrund: Hexenverfolgung in Ghana

    In Ghana sind Hexenverfolgungen tief in kulturellen und sozialen Praktiken verwurzelt. Besonders ältere Frauen, die in Armut leben oder gesundheitliche Probleme haben, werden häufig Opfer solcher Anschuldigungen. Diese Praxis hat ihren Ursprung oft in tragischen Ereignissen wie Krankheiten oder Todesfällen, die in Gemeinschaften zu Misstrauen und Schuldzuweisungen führen.

    Der Fall von Akua Denteh, einer 90-jährigen Frau, die 2020 in der Region Savannah öffentlich gelyncht wurde, hat landesweit Empörung ausgelöst. Trotz der Verurteilung der Täterinnen bleibt die rechtliche Grundlage für den Schutz der Opfer unzureichend. Die Regierung hat bisher keine umfassenden Maßnahmen ergriffen, um die Opfer zu schützen oder die Praxis zu bekämpfen.

    Tiefenanalyse

    Analyse der politischen Motivation

    Die Verabschiedung des Anti-Witchcraft Accusations Bill im Jahr 2023 war ein bedeutender Schritt, um die Menschenrechte in Ghana zu stärken. Das Gesetz hätte Hexenverfolgung kriminalisiert und Schutzmaßnahmen für die Opfer eingeführt. Dennoch wurde es nicht unterzeichnet, da es als private Initiative und nicht als Regierungsentwurf eingebracht wurde. Dies zeigt die politische Zurückhaltung, sich mit sensiblen kulturellen Themen auseinanderzusetzen.

    Die Regierung steht vor der Herausforderung, kulturelle Überzeugungen mit internationalen Menschenrechtsstandards in Einklang zu bringen. Ghana hat internationale Abkommen wie die CEDAW und die Kinderrechtskonvention ratifiziert, die Hexenverfolgung als schädliche Praxis definieren. Dennoch fehlt es an politischem Willen, diese Verpflichtungen umzusetzen.

    Ein weiterer Aspekt ist die soziale und wirtschaftliche Dimension. Hexenverfolgungen sind oft Ausdruck von Armut und mangelnder Bildung. Ohne umfassende Sensibilisierungsprogramme und wirtschaftliche Unterstützung wird die Kriminalisierung allein nicht ausreichen, um das Problem zu lösen.

    Auswirkungen auf Migranten

    Direkte Auswirkungen auf betroffene Frauen

    Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden, sind oft gezwungen, ihre Gemeinschaften zu verlassen und in informellen Lagern Zuflucht zu suchen. Diese Lager bieten zwar Schutz, jedoch unter extrem schlechten Bedingungen. Amnesty International dokumentierte unzureichenden Zugang zu Gesundheitsdiensten, Nahrung und sauberem Wasser in diesen Lagern.

    Die fehlende gesetzliche Grundlage erschwert es den Opfern, Gerechtigkeit und Entschädigung zu erhalten. Ein Gesetz wie der Anti-Witchcraft Accusations Bill könnte nicht nur rechtlichen Schutz bieten, sondern auch soziale und wirtschaftliche Integrationsprogramme fördern, die den Frauen eine Rückkehr in ihre Gemeinschaften ermöglichen.

    Ausblick & Fazit

    Die Zukunft der Menschenrechte in Ghana hängt von der Fähigkeit der Regierung ab, kulturelle Praktiken kritisch zu hinterfragen und rechtliche sowie soziale Reformen umzusetzen. Ein umfassender Ansatz, der Bildung, Sensibilisierung und wirtschaftliche Unterstützung einschließt, ist notwendig, um die Opfer zu schützen und langfristige Veränderungen zu bewirken.

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    Erstellt & Analysiert von: Migration Policy Unit | AboMatrix
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