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    Tagespuls Dezember 30, 2025

    Herzberg setzt auf Rückkehrer-Initiative

    Nach Angaben der Quelle

    Kurzüberblick: Die südbrandenburgische Kleinstadt Herzberg fördert mit der Initiative „Comeback Elbe-Elster“ die Rückkehr ehemaliger Bewohner. Ein jährlicher „Rückkehrer-Tag“ informiert Interessierte über lokale Angebote. Hauptgründe für die Rückkehr sind oft familiäre Bindungen, niedrigere Lebenshaltungskosten und der Wunsch nach einem ruhigeren Leben im ländlichen Raum, wie die Beispiele von Julia Procopius und Oliver Meinicke zeigen.

    Herzberg, eine Gemeinde mit etwa 8.700 Einwohnern in Südbrandenburg, möchte durch die Rückkehr ehemaliger Bürger wieder wachsen. Die Initiative „Comeback Elbe-Elster“ unterstützt Menschen dabei, in ihrer alten Heimat wieder Fuß zu fassen. Julia Procopius, selbst vor sechs Jahren aus Braunschweig zurückgekehrt, leitet die Initiative und bietet Hilfestellung bei der Suche nach Kitaplätzen, Arbeitsplätzen, Wohnungen oder Bauland. Sie versteht sich als Unterstützerin und Informationsvermittlerin, nicht als Werberin, auch wenn der Slogan „Heeme ist’s auch schön“ lautet. Ein jährlich stattfindender „Rückkehrer-Tag“ zieht Interessierte an, wie zuletzt etwa 20 Personen, die sich über Angebote von Firmen, Vermietern und Vereinen informierten. Zu den Rückkehrern gehört Oliver Meinicke (37), der nach 15 Jahren in Jena, Berlin und Bayern nach Herzberg zurückkehrte. Für ihn sind das Gefühl der Verwurzelung, die guten Aufwachsbedingungen für seinen Sohn, freie Kitaplätze, Wohnungen und Jobs sowie deutlich niedrigere Lebenshaltungskosten entscheidend. Er konnte seine Partnerin überzeugen, aus Bayern nach Herzberg zu ziehen, wo sie sich im Gegensatz zu Straubing einen Hausbau leisten können. Auch die Nähe zur Familie, insbesondere zur Mutter als aktiver Oma, spielt eine große Rolle. Simone Kanter, die derzeit in Berlin lebt, plant ebenfalls ihre Rückkehr nach Herzberg, da sie die Großstadt als zu unpersönlich empfindet. Sie sucht Unterstützung bei der Job- und Wohnungssuche und möchte spätestens in zwei bis drei Jahren wieder in Herzberg leben. Die Initiative „Comeback Elbe-Elster“ vermittelt dabei Informationen und erste Kontakte. Obwohl Herzberg als Kleinstadt in der tiefsten Provinz mit begrenzten Kultur- und Ausgehmöglichkeiten gilt, nehmen Rückkehrer dies für die Vorteile des Landlebens und der Gemeinschaft in Kauf.

    Quelle: www.tagesschau.de