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  • Kanzler Merz‘ Besuch bei Trump: Stummer Gast in der Trump-Show

    Tagespuls März 4, 2026

    Kanzler Merz‘ Besuch bei Trump: Stummer Gast in der Trump-Show

    Nach Angaben der Quelle

    Kurzüberblick: Der Besuch von Kanzler Merz bei Donald Trump in Washington, der eigentlich Antworten auf Trumps Iran-Strategie liefern sollte, war geprägt von Trumps Rhetorik. Merz verhielt sich öffentlich weitgehend schweigend und lächelnd, während Trump andere europäische Partner beleidigte. Eine klare US-Strategie für den Iran oder die Ukraine wurde nicht erkennbar. Merz‘ Ansatz des „prinzipienfesten Realismus“ wurde als Beschwichtigung wahrgenommen.

    Kanzler Merz‘ Reise nach Washington mit dem Ziel, Klarheit über Donald Trumps Iran-Strategie zu gewinnen, mündete hauptsächlich in Trumps gewohntem „Getöse“. Merz saß dabei überwiegend schweigend und lächelnd neben dem ehemaligen US-Präsidenten und nahm die Rolle eines „stummen Gastes“ oder „europäischen Statisten“ ein. Obwohl Trump Merz und Deutschland lobte, beleidigte er gleichzeitig den britischen Premierminister Starmer und bezeichnete Spanien als „schrecklich“, verbunden mit der Ankündigung, den Handel beenden zu wollen. Merz, der nach eigenen Angaben hinter verschlossenen Türen widersprochen haben will, blieb öffentlich stumm. Sein angekündigter „prinzipienfester Realismus“ wurde als Beschwichtigungsstrategie interpretiert, was sich auch in einem kurzen Auflachen Merz‘ zeigte, als Trump militärische Erfolge im Iran aufzählte. Hinsichtlich der Iran-Strategie äußerte Merz öffentlich lediglich seine Neugier, „wie es am Tag danach im Iran weitergehen soll“, und reiste mit dem Eindruck ab, dass die USA keine konkrete Strategie besitzen. Auch zum Ukraine-Krieg, dessen Verheerung Merz Trump eigentlich in Erinnerung rufen wollte, blieben es nur drei Sätze des Kanzlers. Trump versicherte lediglich, dass der Frieden in der Ukraine auf seiner Prioritätenliste stehe. Das Fazit des Kurztrips: Trump mag Merz weiterhin und agiert in Europa nach dem Prinzip „Teile und herrsche“, ohne seine Pläne für den Iran offenzulegen. Als Erfolg wurde gewertet, dass nichts eskaliert ist.

    Quelle: www.tagesschau.de