Language / اللغة:
  • ar
  • de
  • en
  • Kanzler Merz spielt Wahlniederlage in Baden-Württemberg herunter

    Tagespuls März 10, 2026

    Kanzler Merz spielt Wahlniederlage in Baden-Württemberg herunter

    Nach Angaben der Quelle

    Kurzüberblick: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 9. März 2026 haben die Grünen überraschend gesiegt, während die CDU eine Niederlage erlitt. Kanzler Friedrich Merz spielte die Bedeutung der Wahlergebnisse für die Bundespolitik herunter und sprach von einem persönlichen Erfolg des Grünen-Politikers Cem Özdemir. Die SPD erlitt eine dramatische Niederlage, während die AfD ihren Stimmenanteil verdoppeln konnte. FDP und Linke scheiterten an der 5-Prozent-Hürde.

    Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 9. März 2026 endete mit einem überraschenden Sieg für die Grünen, was einen Rückschlag für die konservative CDU und die Mitte-Links-SPD darstellt. Die CDU von Kanzler Friedrich Merz hatte gehofft, ihre ehemalige Hochburg zurückzugewinnen, was jedoch nicht gelang. Trotz einer Umfrage, die zeigte, dass über 70 % der Wähler unzufrieden mit der Bundespolitik waren, lehnte Merz am Montag einen Zusammenhang zwischen der Niederlage seiner Partei und dem Vorgehen der Bundesregierung ab. Er bezeichnete den Wahlausgang als „persönlichen Sieg für Cem Özdemir“, den Grünen-Politiker, der die Wahl knapp gewann. Der 60-jährige Özdemir, dessen Eltern in den 1960er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen, wird voraussichtlich der erste Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik mit nicht-deutschen Eltern. Er wird eine Koalition mit den Christdemokraten fortsetzen. Im Wahlkampf hatte Özdemir sich von linken Grünen-Positionen distanziert und sich nicht zu Klimaschutzmaßnahmen wie dem Ausstieg aus benzinbetriebenen Autos geäußert, um die krisengeschüttelte Automobilindustrie in Baden-Württemberg zu berücksichtigen. Die SPD, die in Berlin mit der CDU koaliert, erlitt in Baden-Württemberg eine dramatische Niederlage und erreichte lediglich 5,5 % der Stimmen. Parteivorsitzende Bärbel Bas räumte ein, dass es ihrer Partei nicht gelungen sei, ihre Botschaft an die Arbeiterwähler zu vermitteln. Die rechtsextreme AfD verdoppelte ihren Stimmenanteil im Vergleich zu vor fünf Jahren auf 18,8 %, blieb aber hinter den eigenen Erwartungen zurück. Sowohl CDU als auch Grüne in Baden-Württemberg schlossen eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus. Die FDP und die Linkspartei scheiterten beide an der 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag. Die FDP hatte gehofft, wieder ins Parlament einzuziehen, nachdem sie bei der Bundestagswahl 2025, die nach dem Scheitern der Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP ausgerufen wurde, aus dem Bundestag ausgeschieden war. Baden-Württemberg gilt mit über 11 Millionen Einwohnern als eines der wirtschaftlich stärksten Bundesländer, insbesondere im Bereich der Automobilindustrie. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die nächste Regionalwahl in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen, wo SPD und CDU Kopf an Kopf liegen.

    Quelle: www.dw.com