Katastrophale Sturzflut im Himalaya fordert Hunderte Opfer und zerstört ganze Dörfer
Katastrophale Sturzflut im Himalaya fordert Hunderte Opfer und zerstört ganze Dörfer
Nach einer verheerenden Sturzflut im Himalaya-Gebirge sind bereits über 360 Tote geborgen worden, während mehr als 1.300 Personen, darunter zahlreiche Ausländer, vermisst werden. Rettungskräfte kämpfen gegen unwegsames Gelände und drohende Nachflutwellen.
Der durch einen Gletscherabbruch ausgelöste Wasserschwall raste über eine Strecke von fast 170 Kilometern durch die Region und riss zahlreiche Dörfer mit sich. Besonders betroffen ist der Grenzbereich zwischen Nepal und China. Nach Angaben der nepalesischen Behörden wurden viele Todesopfer kilometerweit flussabwärts bis an die Grenze zu Indien getrieben. Derzeit sind mehr als 5.000 Einsatzkräfte von Armee und Polizei vor Ort, doch Schlammmassen und zerstörte Infrastruktur erschweren die Rettungsarbeiten erheblich.
Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen und vollständiger Zerstörung. Ein überlebender 68-Jähriger schilderte, wie er versuchte, seine Frau zu retten, bevor sie von der Naturgewalt mitgerissen wurde. Ein Zollbeamter aus der vernichteten Stadt Timure erklärte, dass 90 Prozent der Bewohner seiner Gemeinde ums Leben gekommen seien. Videoaufnahmen zeigen, wie eine riesige Wand aus braunem Wasser und Geröll durch die Täler rast, während Bewohner panisch Zuflucht suchen. Experten, die das Gebiet überflogen, sprachen von „plattgewalzten Dörfern“ und einem „riesigen Friedhof“, der nur von Schlamm und Trümmern bedeckt ist.
Neben der akuten Zerstörung wächst die Sorge vor weiteren Katastrophen. In China warnten Behörden vor einem angestauten See, der möglicherweise überläuft, da bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser angesammelt sind und anhaltender Regen prognostiziert wird. Die Menschen im Katastrophengebiet stehen vor der Herausforderung, sich vor weiteren Gefahren zu schützen, während die Aufräumarbeiten und die Suche nach Überlebenden weitergehen.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
