Kirchengemeinden kritisieren Verwendung ihrer Gebäude auf AfD-Wahlplakaten
Kirchengemeinden kritisieren Verwendung ihrer Gebäude auf AfD-Wahlplakaten
Mehrere Kirchengemeinden in Niedersachsen protestieren gegen die Nutzung ihrer Kirchengebäude für AfD-Werbung, da sie diese Vereinnahmung durch die Partei als unvereinbar mit ihren christlichen Werten betrachten.
In Niedersachsen haben sich mehrere evangelische Kirchengemeinden klar gegen die Darstellung ihrer Gebäude auf Wahlplakaten der AfD ausgesprochen. Die Kirchen betonten, dass sie keine Genehmigung erteilt haben und die politischen Ansichten der AfD im Widerspruch zu ihren christlichen Überzeugungen stünden. Vertreter der Gemeinden äußerten ihren entschiedenen Protest gegen die Vereinnahmung kirchlicher Symbole durch eine Partei, die von ihren Grundwerten abweiche.
Laut Aussagen der betroffenen Gemeinden wurden Kirchengebäude aus verschiedenen Regionen auf Plakaten der AfD abgebildet, ohne dass dies abgesprochen wurde. Der evangelische Kirchenkreis Bramsche hob hervor, dass die örtliche Kirchengemeinde nicht mit der AfD in Verbindung gebracht werden wolle. Die Kirche bezieht sich dabei auch auf eine frühere Stellungnahme evangelischer Kirchen in Niedersachsen und Bremen, die sich klar für Demokratie und Menschenwürde aussprechen und sich von rechtsextremen Gruppierungen distanzieren.
Der AfD-Kreisverband erklärte hingegen, dass die Kirchenbilder lediglich einen regionalen Bezug herstellen sollen und kein politisches Statement der Gemeinden implizieren. Dennoch kritisierten Experten, dass solche Darstellungen gezielt dazu genutzt werden, der Partei ein Bild von lokaler Verankerung zu verleihen und die Kirchen indirekt zu öffentlichen Stellungnahmen herauszufordern. Bislang sind die Fälle solcher Plakate vereinzelt, treten jedoch immer wieder in unterschiedlichen Regionen auf.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
