Naher Osten: Großbritannien prüft Hormus-Sicherung, Israel erhöht Militäretat
Naher Osten: Großbritannien prüft Hormus-Sicherung, Israel erhöht Militäretat
Nach Angaben der Quelle
Kurzüberblick: Großbritannien erwägt einen Beitrag zur Sicherung der Straße von Hormus, während Israel seinen Militäretat angesichts der „Intensität der Kämpfe“ aufstockt. Die Region erlebt weiterhin gegenseitige Angriffe: Israel meldet neue Attacken auf iranische Infrastruktur, während iranische Raketenangriffe im Großraum Tel Aviv Verletzte und Schäden verursachen. Diplomatische Bemühungen und internationale Reaktionen prägen die Lage.
Großbritannien prüft nach Angaben von Energieminister Ed Miliband, wie das Land zur Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus beitragen könnte, einschließlich der Entsendung von Minensuchbooten oder Seedrohnen. Miliband betonte jedoch, der sicherste Weg sei die Beendigung des Konflikts. Auch die EU-Außenminister beraten laut einem Zeitungsbericht über eine mögliche Ausweitung ihrer Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus. US-Präsident Donald Trump drängte Verbündete wie Südkorea, Schiffe zur Sicherung zu entsenden; Südkorea prüft dies sorgfältig. In Deutschland lehnen Grüne und Linke eine Bundeswehr-Beteiligung ab, während die Bundesregierung in der völkerrechtlichen Bewertung uneinig ist. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht keinen Anlass für einen internationalen Einsatz. Militärisch hat die israelische Regierung ihren Militäretat um 2,6 Milliarden Schekel (ca. 720 Millionen Euro) für Rüstungskäufe erhöht, begründet mit „dringendem Bedarf“ und der „Intensität der Kämpfe“. Die israelische Armee meldet eine neue breitangelegte Angriffswelle auf Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen Irans. Gleichzeitig kam es zu weiteren iranischen Raketenangriffen auf Israel, insbesondere im Großraum Tel Aviv, wo mehrere Einschläge und mutmaßlicher Einsatz von Streumunition zu mindestens zwei Verletzten und Sachschäden führten. Eine Rakete auf Eilat wurde abgefangen. Israel wirft Iran vor, absichtlich zivile Ziele anzugreifen, während Iran dies bestreitet und einen Untersuchungsausschuss anbietet. Die von Iran unterstützte Hisbollah meldete direkte Kämpfe mit der israelischen Armee im Südlibanon. Trotz US-Angriffen wird auf der iranischen Insel Charg weiterhin Öl verladen. Diplomatisch forderte Papst Leo XIV. einen Waffenstillstand im Nahen Osten. Iran rief Frankreich zur Deeskalation auf, nachdem Trump Staaten zur Entsendung von Schiffen nach Hormus aufgefordert hatte. Der israelische Außenminister Gideon Saar wies Medienberichte über geplante direkte Gespräche mit dem Libanon und einen kritisch niedrigen Bestand an Abfangraketen zurück. Die Islamische Revolutionsgarde drohte dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit dem Tod. Die Ukraine bot an, Spezialisten zur Abwehr iranischer Drohnen in die Region zu entsenden. Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf den Sport, mit Verschiebungen von MotoGP-Rennen und Absagen von Formel-1-Veranstaltungen.
Quelle: www.tagesschau.de
