Ukrainischer Taucher wegen Nord-Stream-Anschlägen in Kroatien in Haft
Ukrainischer Taucher wegen Nord-Stream-Anschlägen in Kroatien in Haft
Ein Ukrainer, der verdächtigt wird, an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein, wurde in Kroatien festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Nun entscheidet ein Gericht über seine Auslieferung nach Deutschland.
Der Ukrainer Wolodymyr S. wurde am Mittwoch aufgrund eines von Deutschland ausgestellten Europäischen Haftbefehls in der kroatischen Küstenstadt Pula festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einer der Taucher gewesen zu sein, die Sprengladungen an den Nord-Stream-Pipelines angebracht haben sollen. Nach seiner Vernehmung durch einen Staatsanwalt ordnete eine Richterin Untersuchungshaft an, da Fluchtgefahr bestehe.
Das Verfahren zur Auslieferung des Mannes soll innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein, wie sein Rechtsanwalt Matija Milos mitteilte. Der Ukrainer plant, die drohende Überstellung nach Deutschland juristisch anzufechten. Bereits im vergangenen Jahr war S. in Polen festgenommen worden, doch ein Gericht in Warschau hatte seine Auslieferung abgelehnt und ihn freigelassen. Experten halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass Kroatien eine Auslieferung ähnlich blockiert.
S. soll in einem Resort am Südrand von Pula festgenommen worden sein, wo er angeblich als Berater einer Hollywood-Filmproduktion zum Thema Nord-Stream-Anschläge tätig war. Laut Recherchen arbeitete der Verdächtige zuvor als Tauchlehrer in Kiew und war früher Soldat der ukrainischen Armee. Die Bundesanwaltschaft in Deutschland wirft ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor und drängt auf seine Überstellung.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
