US-Angriff auf iranisches Kriegsschiff stellt Indiens Neutralität auf die Probe
US-Angriff auf iranisches Kriegsschiff stellt Indiens Neutralität auf die Probe
Nach Angaben der Quelle
Kurzüberblick: Ein US-U-Boot hat am 4. März 2026 eine iranische Fregatte, die IRIS Dena, in internationalen Gewässern nahe Sri Lanka versenkt, wobei 87 iranische Seeleute ums Leben kamen. Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem das iranische Schiff an einer von Indien ausgerichteten Marineübung teilgenommen hatte. Indien, das sich im US-Iran-Konflikt neutral verhalten will, steht unter Druck, da der Angriff in einem Gebiet stattfand, in dem es maritime Führung beansprucht. Die indische Regierung, die zunächst schwieg, bezeichnete den Vorfall später als Teil der „Realität des Indischen Ozeans“ und gewährte anderen iranischen Schiffen Notanlegeplätze.
Am 4. März 2026 versenkte ein Angriffs-U-Boot der US-Marine die iranische Fregatte IRIS Dena in internationalen Gewässern, etwa 37 Kilometer vor der Südküste Sri Lankas. Das iranische Kriegsschiff befand sich auf der Rückreise von der multinationalen Marineübung MILAN 2026, die vom indischen Militär ausgerichtet wurde. Bei dem Angriff, der eine erhebliche Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran außerhalb des Persischen Golfs darstellt, wurden mindestens 87 iranische Seeleute getötet. Der Vorfall löste in Indien Empörung aus, da das Schiff Gast der indischen Marine gewesen war und die Versenkung in einem Gebiet des Indischen Ozeans stattfand, in dem Indien maritime Führung beansprucht. Premierminister Narendra Modi und das Außenministerium schwiegen zunächst. Außenminister S. Jaishankar kommentierte später, die Versenkung sei Teil der „Realität des Indischen Ozeans“ und die iranischen Seeleute seien „auf die falsche Seite der Ereignisse geraten“. Indiens zurückhaltende Reaktion spiegelt seine Außenpolitik wider, die direkte Kritik an strategischen Partnern vermeidet und zur Zurückhaltung, Deeskalation und zum Dialog im Iran-Konflikt aufruft. Die Opposition, darunter Rahul Gandhi, kritisierte Modis Schweigen als Schwäche und forderte eine Verurteilung des US-Vorgehens sowie eine parlamentarische Debatte über die wirtschaftlichen Folgen der Krise. Jaishankar wies darauf hin, dass mehrere Großmächte in der Region präsent seien. Indien gewährte drei iranischen Schiffen Notanlegeplätze, wofür der iranische Außenminister seinen Dank aussprach. Die Besatzungen befinden sich in indischen Marineeinrichtungen. Ein weiteres iranisches Schiff suchte Zuflucht im Hafen von Trincomalee in Sri Lanka. Indien bemüht sich zudem, im Nahen Osten gestrandete Inder nach Hause zu bringen. Experten wie Commodore Uday Bhaskar sehen in dem Vorfall eine Bestätigung der Reichweite der amerikanischen Unterseekriegsführung und stellen Indiens Fähigkeit in Frage, die Sicherheit in seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu gewährleisten. Sie betonen, dass die Kontrolle der Ozeane bei denen liegt, die über die fortschrittlichsten Überwachungs- und Unterwasserwaffenfähigkeiten verfügen. Der Angriff war der erste US-U-Boot-Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg. Der ehemalige indische Diplomat Kanwal Sibal bezeichnete das iranische Schiff als „im Wesentlichen wehrlos“, da es protokollgemäß keine Munition trug. Er kritisierte, dass die USA Indiens Verständnis ignoriert hätten, obwohl das Schiff auf Indiens Einladung in diesen Gewässern war. Der Vorfall verstärkt eine seit Monaten schwelende Irritation Indiens gegenüber Washington, die auch durch stockende Handelsabkommen und Kommentare von US-Präsident Donald Trump genährt wird. Tara Kartha, ein ehemaliges Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, äußerte, dass Indien durch die Versenkung in Verlegenheit gebracht wurde, insbesondere da es einem iranischen Landungsschiff Schutz gewährt hatte. Sie betonte, dass Indien als befreundetes Land nicht auf diese Weise hätte bloßgestellt werden dürfen, besonders wenn die USA von Delhi Zusammenarbeit im Indischen Ozean erwarten.
Quelle: www.dw.com
