Zweiter Verdächtiger im Fall Nord-Stream-Anschlag in Kroatien festgenommen
Zweiter Verdächtiger im Fall Nord-Stream-Anschlag in Kroatien festgenommen
In Kroatien wurde ein weiterer Verdächtiger im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines festgenommen. Der Mann soll als Taucher an der Platzierung der Sprengsätze beteiligt gewesen sein.
Die kroatischen Behörden haben einen zweiten Verdächtigen im Fall der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 festgenommen. Der Mann, ein Ukrainer namens Wolodymyr S., soll Teil des Teams gewesen sein, das die Sprengsätze in der Ostsee anbrachte. Nach Angaben der Ermittler wurde er auf einem Segelboot eingesetzt, um die Sprengsätze in einer Tiefe von rund 80 Metern zu platzieren.
Wolodymyr S. war bereits im Fokus der Ermittler, nachdem er im vergangenen Jahr in Polen lokalisiert wurde. Trotz einer Bitte des deutschen Generalbundesanwalts verweigerte die polnische Justiz damals die Festnahme und Auslieferung des Mannes, was zu diplomatischen Spannungen führte. Nun gelang es den Ermittlern, ihn in Kroatien aufzuspüren. Deutschland plant, seine Auslieferung zu beantragen.
Die Ermittlungen ergaben, dass Wolodymyr S. als Tauchlehrer in Kiew tätig war und zuvor als Soldat in der ukrainischen Armee gedient hatte. Mehrere Verdächtige im Fall Nord Stream sollen Verbindungen zu seiner Tauchschule haben. Spuren wie ein Blitzerfoto und Urlaubsbilder von Touristen führten die Ermittler zu weiteren Hinweisen. Zudem wurden auf der von den Tätern genutzten Segeljacht Spuren von militärischen Sprengstoffen entdeckt. Die Hintergründe und Auftraggeber des Anschlags bleiben weiterhin unklar.
Redaktion und Aufbereitung: AboMatrix
