Studie: Pestizid Fluazinam hätte nie zugelassen werden dürfen
Studie: Pestizid Fluazinam hätte nie zugelassen werden dürfen
Neue Forschungsergebnisse stellen die Sicherheit des im Kartoffelanbau weit verbreiteten Fungizids Fluazinam infrage.
Das Fungizid Fluazinam, das seit 2008 in der EU zugelassen ist und vor allem im Kartoffel- und Zwiebelanbau verwendet wird, steht nach neuen Erkenntnissen von Wissenschaftlern der Universität Stockholm massiv in der Kritik. Laut einer Untersuchung des Chemikers Axel Mie und seiner Kollegin Christina Rudén wurden im Zulassungsprozess gravierende Fehler gemacht. Eine Studie des Herstellers ISK Biosciences aus dem Jahr 2005, die mögliche Schäden an der Gehirnentwicklung von Ungeborenen und Kindern untersuchte, wurde nicht in den Zulassungsprozess eingebracht. Die Wissenschaftler haben die Daten dieser Studie erneut analysiert und signifikante negative Effekte auf die Gehirnentwicklung von Ratten festgestellt.
Die Ergebnisse der Stockholmer Forscher, die auch von unabhängigen Experten als plausibel eingeschätzt werden, zeigen, dass selbst niedrige Dosen von Fluazinam die Gehirnentwicklung beeinträchtigen könnten. Mie kritisiert, dass die ursprüngliche Studie an mehreren Stellen fehlerhaft war und diese Fehler stets zugunsten des Herstellers ausfielen. ISK Biosciences weist die Vorwürfe zurück und verweist auf die Einhaltung der geltenden Zulassungsverfahren. Für Landwirte wie Thomas Scheuerer bleibt Fluazinam jedoch ein unverzichtbares Mittel, da es kaum Alternativen gibt.
Bearbeitet und vorbereitet von AboMatrix
