Tresor-Coup in Gelsenkirchen: Tausende Schließfächer aufgebrochen – Schaden wohl im zweistelligen Millionenbereich
Tresor-Coup in Gelsenkirchen: Tausende Schließfächer aufgebrochen – Schaden wohl im zweistelligen Millionenbereich
GELSENKIRCHEN — 31. Dezember 2025
Nach einem spektakulären Einbruch in eine Filiale der Sparkasse in Gelsenkirchen (NRW) ermittelt die Polizei wegen eines großangelegten Angriffs auf den Tresorbereich. Nach übereinstimmenden Berichten wurden mehrere tausend Schließfächer aufgebrochen. In ersten Schätzungen ist von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich die Rede; einzelne Angaben nennen als Untergrenze mindestens zehn Millionen Euro, während andere Schätzungen darüber liegen.
Entdeckt wurde die Tat am frühen Montag, 29. Dezember, nachdem ein Feueralarm Einsatzkräfte alarmiert hatte. Demnach nutzten die Täter die relative Ruhe der Weihnachtsfeiertage, um sich Zugang zum Gebäude und schließlich zum Tresorbereich zu verschaffen. Die genaue Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht belastbar beziffern und hängt auch davon ab, welche Werte Kundinnen und Kunden in den Schließfächern verwahrt hatten.
Ermittlungen: Parkhaus als Ansatzpunkt, mutmaßliches Fluchtfahrzeug
Im Fokus der Ermittlungen steht laut Berichten ein nahegelegenes Parkhaus als möglicher Teil des Zugangswegs. Zeugen wollen dort Männer mit großen Taschen gesehen haben. Außerdem wird über einen schwarzen Audi RS6 als mutmaßliches Fluchtfahrzeug berichtet; die Kennzeichen sollen mit einem in Hannover gestohlenen Fahrzeug in Verbindung stehen. Die Polizei wertet Videoaufnahmen aus und bittet mögliche Zeugen um Hinweise.
Sparkasse informiert Kunden: „Sehr hohe Wahrscheinlichkeit“ betroffen zu sein
Die Sparkasse Gelsenkirchen veröffentlichte eine Informationsseite für Betroffene. Dort heißt es, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schließfach betroffen sei, sei sehr hoch; Kundinnen und Kunden müssten vorerst davon ausgehen, dass ihr Fach aufgebrochen wurde. Betroffene würden schriftlich informiert.
Zum Versicherungsschutz teilte die Sparkasse mit: Der Inhalt eines Schließfachs sei bis 10.300 Euro versichert; eine mögliche Höherversicherung über die private Hausratversicherung sei zu prüfen. Für die Abwicklung müssten Kunden eine Inventarliste erstellen und Werte – soweit möglich – belegen. Bargeld sei in den Versicherungsbedingungen nicht ausgeschlossen. Aufgrund massiver baulicher Schäden sei der Bereich der Schließfächer bis auf Weiteres nicht zugänglich; für dringende Fälle wurden Hotline- und Servicewege eingerichtet.
Ein Fall mit Signalwirkung
Der Vorfall zeigt, dass „Bankraub“ heute nicht zwingend als klassischer Überfall am Schalter daherkommt. Stattdessen geraten zunehmend Bereiche ins Visier, in denen private Werte gebündelt verwahrt werden. Wie hoch die Beute tatsächlich ist, dürfte sich erst im Zuge der Ermittlungen und der Schadensmeldungen durch die Kundschaft klären.
Kurz: Was Betroffene jetzt tun sollten
Inventarliste anfertigen (möglichst detailliert).
Nachweise sammeln (Rechnungen, Fotos, Gutachten).
Hausratversicherung prüfen (Höherversicherung).
Bank-Informationen und Hotline-Hinweise beachten; gesperrte Bereiche nicht betreten.
